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Autoklav reinigen und validieren: Praktischer RKI-Leitfaden

Tägliche Routine, Bowie-Dick-Test, Sporenkontrolle und jährliche Validierung — die wichtigsten Schritte zur RKI-konformen Aufbereitung.

Dr. Maria Vogt

Dr. Maria Vogt

Chefredakteurin & Geschäftsführung

10. April 202614 Min.Geprüft: 7. Mai 2026
Autoklav reinigen und validieren: Praktischer RKI-Leitfaden

Fachlich geprüft von Dr. med. Sarah Weber, Fachärztin für Innere Medizin · zuletzt geprüft am 7. Mai 2026

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Hinweis: Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine individuelle Beratung. Für Ihre konkrete Situation kontaktieren Sie uns gerne über das Formular am Ende der Seite.

Autoklaven sind das Rückgrat der Instrumentenaufbereitung. Wer die RKI-Empfehlung und DIN EN ISO 17665 systematisch einhält, vermeidet nicht nur Hygienemängel, sondern auch existenzielle Risiken bei Audits.

TL;DR — Die wichtigsten Schritte auf einen Blick

  • Tägliche Routinekontrolle: Sichtprüfung, Bowie-Dick-Test, Funktionsprotokoll.
  • Wöchentlich: Reinigung der Druckkammer, Dichtungsringe und Filtersystem.
  • Vierteljährlich: Sporentest mit Bioindikator (Geobacillus stearothermophilus).
  • Jährlich: Vollvalidierung nach DIN EN ISO 17665.
  • Alle 24 Monate: Sicherheitstechnische Kontrolle (STK).

Aufbereitung als Prozesskette

Die ordnungsgemäße Aufbereitung umfasst sieben Stufen: Vorbehandlung (am Behandlungsplatz), Reinigung (manuell oder im RDG), Desinfektion, Spülung, Trocknung, Verpackung, Sterilisation. Der Autoklav steht am Ende — vorgelagerte Schritte entscheiden mit über das Ergebnis.

Tägliche Routinekontrolle (Schritt-für-Schritt)

  1. Sichtprüfung der Druckkammer. Restwasser entfernen, Tür- und Dichtungsbereich auf Beschädigungen prüfen.
  2. Bowie-Dick-Test (vor erstem produktivem Lauf). Test­körper nach Hersteller-Vorgabe in die leere Kammer legen, Zyklus 134 °C / 3,5 min starten. Vollständiger Farbumschlag = Bestanden.
  3. Charge dokumentieren. Datum, Uhrzeit, Programm, Verantwortliche:r, Anzahl der Beladung. Digital oder auf Thermopapier (mind. 5 Jahre archiviert).
  4. Bei Auffälligkeiten: Zyklus stoppen, Verantwortliche:n informieren, Fehler dokumentieren, Service informieren.

Wöchentliche Wartung

  • Innenraum mit weichem Tuch und Wasserstoffperoxid-Lösung reinigen.
  • Tür-Dichtungsring auf Risse prüfen, ggf. austauschen (Hersteller-empfohlen alle 6–12 Monate).
  • Wasserfilter und HEPA-Filter (falls vorhanden) prüfen.
  • Wassertank entleeren und mit destilliertem Wasser nachfüllen — Leitungswasser zerstört Heizelement und Steuerung.

Vierteljährliche Sporenkontrolle

Mindestens vierteljährlich (RKI-Empfehlung; Industriestandard ist monatlich) wird ein Bioindikator mit Geobacillus stearothermophilus-Sporen mit dem regulären Beladungszyklus mitsterilisiert. Anschließend Inkubation 48 h. Negativer Befund (kein Bakterienwachstum) = Sterilisation erfolgreich. Bei positivem Befund Kette analysieren: Verpackung, Beladung, Programmwahl, Funktion des Autoklavs.

Jährliche Vollvalidierung

Vollvalidierung nach DIN EN ISO 17665 umfasst Installations­qualifikation (IQ), Funktions­qualifikation (OQ) und Leistungs­qualifikation (PQ). Durchgeführt durch akkreditiertes Service-Unternehmen. Kosten 250–500 € pro Autoklav. Ergebnis: Validierungs­bericht mit Freigabe für den weiteren Betrieb.

Häufige Fehler

  • Beladung zu dicht: Dampf erreicht nicht alle Oberflächen.
  • Falsche Verpackung: Klarsichtbeutel nur für Klasse-S-Programme; Hohlkörper­produkte nur in Klasse-B.
  • Leitungswasser statt destilliertem Wasser.
  • Bowie-Dick-Test zur falschen Tageszeit (z. B. nach mehrstündigem Betrieb statt Erstlauf).
  • Dokumentation unvollständig — bei Audit fatal.

Wie Medilero unterstützt

Wir vermitteln Service-Verträge inklusive Validierung sowie Beratung zur RKI-konformen Aufbereitung. Über das Formular erhalten Sie kostenlos passende Angebote.

Quellen

  1. RKI/KRINKO/BfArM-Empfehlung "Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten" (aktuelle Fassung).
  2. DIN EN ISO 17665 — Sterilisation mit feuchter Hitze (2024).
  3. Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) §§ 8–11.

Quellen

  1. RKI/KRINKO Empfehlung AufbereitungRKI
  2. DIN EN ISO 17665Beuth Verlag
  3. MPBetreibVBMG
Dr. Maria Vogt
Dr. Maria Vogt

Chefredakteurin & Geschäftsführung · Fachärztin, MHA

Maria leitet die Redaktion bei Medilero. Fachärztin mit Erfahrung aus eigener Niederlassung. Schwerpunkt: Praxisführung, Abrechnung, MDR-Konformität.

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